Wie gehen Wallboxen mit Schieflast um?

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    • Wie gehen Wallboxen mit Schieflast um?

      Wenn eine Familie ein Auto mit 22 kW Lader hat und sich eine 22 kW Wallbox hat genehmigen lassen, sich dann noch ein Auto mit einphasigem 7,4 kW Lader kauft. Was macht da eigentlich eine Wallbox daraus? Überwacht sie die Stromaufnahme auf den Phasen und regelt zurück, wenn sie eine einphasige Last erkennt? Ansonsten würde man ja die Schieflastvorschriften verletzen, einfach nur indem man das Auto an die Wallbox steckt. :hmm:
      Gruß,
      Stephan

      Kraft macht keinen Lärm, sie ist da und wirkt. - Albert Schweitzer
    • Wenn meine PV 11 kW liefert, also 3,7 kW pro Phase und der angeschlossene Wagen mit 7,4 kW geladen wird, dann wissen doch viele Wallboxen überhaupt nicht woher der Strom genau kommt, oder? PV, Hausbatterie,...
      Ich sag mal als Laie: Der 22 kW WB ist Schieflast Wurst.

      Ich kann mich auch komplett täuschen.
      „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“
      Konrad Adenauer

      PV 1:13,5 kWp seit 08/2025 | PV 2: 15,19 kWp (70% Regel) seit 10/2012 | BYD HVM 22,1 | ZAPPI 22kW WB | WP: Ochsner GMLW 14 plus | Fahrzeug: Enyaq iV 80 seit 20.5.2021 | über mich: klick
    • An der 11 kW Wallbox würde ein Auto mit einphasigem 7,4 kW Lader nur mit 3,7 kW laden, weil auf einer Phase dann nur 16 A entnommen werden. Dann hätte man das Problem nicht. Lädt halt nur langsamer, als man sich wünschen würde. Aber bei der 22 kW Version könnten es halt 32 A einphasig werden und damit würde man gegen die Bedingungen bzgl. Schieflast verstloßen.

      Die Wallbox signalisiert normal dem Auto, wie viel Strom es pro Phase nehmen darf, nicht wie viel Leistung.
      Gruß,
      Stephan

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    • Ich bin ja bei Dir, aber:
      Ich würde doch nur dann gegen die Schieflast verstoßen, wenn die WB alles vom Netzbetreiber bezieht.
      Wenn jedoch 3,7 kW aus anderen Quellen, PV oder Akku kommen, dann existiert nach aussen keine Schieflast.
      Die WB müsste also erkennen, dass alles vom Netz kommt.
      Einige WB können das - aber können das alle?

      Und: Ist die Wallbox nicht ein dummer Lieferant? Das Auto sagt doch was es haben möchte und die WB liefert was Sie kann, innerhalb der eingestellten Grenzen in der WB.
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      Konrad Adenauer

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      Das ist eben genau die Frage, die ich mir stelle. Sind die echt so dumm? Dann würde man ja in den Moment illegal werden, wenn man das Auto mit dem einphasigen 7,4 kW Lader an ne 22 kW Wallbox steckt. Das checkt doch der Normalverbraucher nicht mal.

      Wenn du 3,7 kW aus anderen Quellen hast, dann kannst das verhindern. Aber nur, wenn sie auf der selben Phase einspeist. Es würden auch schon 2,76 kW reichen. Man darf ja bis zu 20 A Schieflast haben.
      Gruß,
      Stephan

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      Quintessenz: Der Betreiber der WB ist selbst verantwortlich die Schieflastverordnung einzuhalten.
      Selbst wenn die WB ansonsten dumm ist sollte sich diese dauerhaft begrenzen lassen.
      Zumindest auf 11 kW runter
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      Outsider64 schrieb:

      Wenn eine Familie ein Auto mit 22 kW Lader hat und sich eine 22 kW Wallbox hat genehmigen lassen, sich dann noch ein Auto mit einphasigem 7,4 kW Lader kauft. Was macht da eigentlich eine Wallbox daraus? Überwacht sie die Stromaufnahme auf den Phasen und regelt zurück, wenn sie eine einphasige Last erkennt? Ansonsten würde man ja die Schieflastvorschriften verletzen, einfach nur indem man das Auto an die Wallbox steckt. :hmm:
      An Haushaltsanschlüssen (also im Niederspannungsnetz, nicht bei öffentlichen (Schnell)Ladesäulen, Mittel/Hochspannungsanschlüssen) - gilt die Schieflastverordnung (DE-CH-AT). Was bedeutet, die 22kW Wallbox überwacht den 3-phasigen Stromfluss. Sie kann ihn selbst aber nur schalten. Die Regelung auf maximale Schieflast passiert via CP Signal aus der Wallbox heraus an das Auto, das die Ladeleistung entsprechend runterregelt. Wenn also ein 1-phasiges Auto an der 22kW-Wallbox angeschlossen wird, erkennt eine konforme 22kW-Wallbox, dass nur ein 1-phasiger Verbraucher dranhängt und gibt dem Auto vor, nur maximal 4,6 kW (DE) bzw. 3,7 kW (CH-AT) auf der einen Phase zu ziehen - oder schaltet ganz ab.

      Hieraus ergibt sich auch, dass es nicht so leicht möglich ist, diesen Mechanismus regelkonform zu übersteuern bei Vorhandensein eines Hausspeichers bzw. PV Anlage. Denn die Schieflast muss dann erstens am Hausanschluss (und nicht nur in der Wallbox) gemessen werden. Zweitens muss der PV/Hausspeicher gesagt werden, dass die maximale Last auf einer Phase (trotz VDE Schieflast-Konformität Richtung Netz) eben davon abweichen darf. Was bedeutet, dass der Wechselrichter die Last auf der einen Phase max. 4,6 kW Richtung Netz mit Zusatzerzeugung auf der einen Phase "ergänzen" muss.
      a. Das können die meisten Haushalts-PV/Batteriespeicher nicht, weil bei Ausfall dieses Ergänzungsstroms Lastabwurf gewährleistet sein muss, damit bei Wegfall der Lastergänzung (Batterie leer, PV dunkel) die 7,4 kW Last nicht Richtung Netz durchgereicht wird (zumindest nicht länger als 15min) und das würde ja eine auditierbare Verbindung von WR und Wallbox bedingen (so wie halt die CP-Verbindung zum Auto auch). Daher gehen auch die meisten WR vom Netz, wenn man eine Phase kappt (obwohl rein technisch der WR auch auf den beiden verbliebenen Phasen einspeisen könnte), weil die Schieflast nicht mehr gemessen und ausgeglichen werden könnte und die Anforderung aus dem Gridcode verletzt ist.
      b. Auch können/dürfen die meisten WR nicht eine Konzentration der Einspeisung auf einer Phase (also Kompensation Deiner 7,4 kW), weil normalerweise der Gridcode (für PV/Batteriewechselrichter) festlegt, dass bei Last auf der einen Phase der Ausgleich zusätzlich durch gegenläufiges Einspeisen auf den unbenutzten Phasen stattfindet, sodass der Saldo Richtung Netz mimiert wird (DE). Der WR überwacht dann, dasss das Phasendelta die 4,6 kW nicht überschreitet und ergänzt die eine Phase insoweit, aber nicht vollständig und nicht in allen Betriebszuständen ausreichend, um 7,4 kW unter die Schieflastgrenze zu drücken.

      Eine weitere Möglichkeit der Schieflastbegrenzung ist, auf den 2 unbenutzten Phasen weitere Verbraucher zuzuschalten, denn die Schieflast ist definert als Delta der Phasen gegeneinander. Also z.B. einen e-Golf 300 auf zwei Phasen und auf die dritte Phase den Einphasen-7,4 kW. Aber bitte immer nur gleichzeitig ;) Konform aber ist das nicht, weil eben doch der eine Verbraucher plötzlich wegfallen könnte. Und das bedingt auch zwei Wallbaxen, die sich gegenseitig über ihre Phasenlasten austauschen - Lastmanagement wie @Adi schon geschrieben hat.
      Wenn Du einen einphasigen Wechselrichter mit min 3 kW aktueller Leistung auf genau diese Phase hinter (!) die Wallbox legen würdest, dann würden der Wallbox vorgegaukelt, die Last sei ja gar nicht 7,4 kW, sondern nur 4,4 kW, und wenn die Sonne weggeht, reduziert die Wallbox die Leistung wegen Schieflast. Aber auch nicht konform, weil hinter die Wallbox kommst Du ja eigentlich nicht, da hängt ja das Kabel und das Auto.

      Im Inselbetriebsfall kannst Du machen was Du willst, aber sobald am Netz, musst Du die Konformität einhalten, und bei Kombianlagen leider auch, denn der Gridcode lässt sich nicht mal eben bei Netzausfall oder "Batterie leer/PV dunkel" umschalten, der ist meist als Einmalcode fix zu programmieren.

      Lösungen gibt es natürlich (z.B. von Victron), ein zugelassenes Lastmanagement über alle Verbraucher inkl PV und Hausbatterie wie schon gesagt - oder vom Schaltungskonzept her aber dann Richtung "Inselanlage mit schwacher Netzanbindung", wo also über einen Laderegler "schwach" (unter Einhaltung von Gridcode und Schieflast) aus dem Netz die Batterie geladen wird, und die Last aber ausschliesslich über 1-3 phasige WR nur aus der Batterie gespeist wird und quasi konstruktiv sichergestellt ist, dass niemals eine Last unmittelbar aus dem Netz gespeist wird. Also ein Victron 5000 Richtung Netz und drei weitere Richtung Last, die keinen Netzanschluss haben - im Prinzip wie bei einer grossen USV: vom Netz nur Laden, Entladen nur aus der Batterie, die Batterie also als Entkopplung. Die PV macht dann Nulleinspeisung nur auf die Batterie (wenn sie hinter der Batterie hängt) oder mit Überschussnetzeinspeisung (wenn sie vor der Batterie hängt) - oder beides ;) Den Elektriker musst Du aber erstmal finden, der das durchblickt und Dir am Hausanschluss anmeldet ;)

      10 mal editiert muss reichen ;)
      Gruss Christian

      1. e-Golf 300 (seit 04/2018) Schnee, Höhenmeter, Rom, Kroatien...alles kein Problem
      2. e-tron 55 (04/2022 - 04/2025)
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      PV 14,4 kWp (Fronius Symo/Ohm-/Wattpilot), +26qm Solar th., 3x Victron Multiplus II 5000 und 25 kWh Pytes-Akku, WP in Vorbereitung

      Dieser Beitrag wurde bereits 11 mal editiert, zuletzt von christech ()

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      Vielen Dank für Deine sehr ausführliche Antwort Christian. :hail:

      Da merkt man erst mal, welche Komplexität existiert.
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      Danke, allerdings muss man sagen, dass es auch auf das Alter der Wallbox ankommt, ob die so schlau ist. Die Open WB soll das so könnnen, probiert habe ich es nicht, und ob sie es aus sich heraus (also ohne externe Messung) kann, weiss ich auch nicht. Wenn ich mir so alte Keba WB ansehe mit 22kW, die wurden eigentlich immer installiert mit der Frage "planen Sie auch 1 phasige Autos anzuschließen", dann wurde intern der DIP FIX auf 4,6 kW 20A gestellt und fertig - HW-seitige Begrenzung. Wenn man dann 3ph anschliesst, gibt es halt nur 13,8kW und keine 22kW. Hat man aber 3ph 22kW freigeschaltet, dann kommen die bei so einer älteren Wallbox auch raus - und eben 7,4 kW einphasig.
      Insofern ist es schon richtig zu sagen: der Elektriker, der anschliesst, ist für die Einhaltung der Asymmetriegrenzen verantwortlich.

      Wen es interessiert: hier die ausnahmsweise öffentliche VDE dazu in der auch sehr schön beschrieben ist, dass ggf. eine "Symmetriereinrichtung" vorzusehen ist, damit Richtung Netz keine Schieflast auftritt (ab Seite 11)
      vde.com/resource/blob/2243242/…ch-vde-ar-n-4100-data.pdf
      Die Symmetriereinrichtung kann Bestandteil der Erzeugungsanlage (=PV), des Speichers oder eben der Wallbox sein. Und ich korrigiere mich zu oben: etwaige Schieflast muss binnen 100ms ausgeregelt sein, nicht wie ich oben geschrieben habe 15min. Und die Anlage muss bei Ausfall der Symmetriereinrichtung binnen 1 min die Symmetriegrenze einhalten. Das wäre dann mal ein interessanter Test: PV dunkel, Speicher leer und dann ein einphasiges 32A fähiges Auto anschließen. Ob dann auch noch die 32A rauskommen statt auf 20A (DE) oder 16A (AT-CH) zu begrenzen? Diese Anforderung würde eigentlich bedingen, dass jede Komponente selbst die Schieflastregel kennen und einhalten muss und auch die Kombinationen daraus.
      Gruss Christian

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      Hab grade mal in der Bedienungsanleitung meiner myengeri Zappi V 2.0 nachgelesen.
      Wenn man das Neutrallimit auf 20A setzt, dann wird in D die Schieflastgrenze eingehalten.
      D.h. Die Box regelt selbstständig ab.
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      Puh, das ist ja alles viel komplizierter als ich dachte... Da muss ich dann wohl mal genau hin sehen, was der go-e daraus macht, den ich für meinen Vater angeschafft habe.


      Adi schrieb:

      Zu dem Thema fällt mir der Juice Phaser ein.
      Extra entwikelt für maximale Ladeleistung bei Einphasigen Fahrzeugen. Mittels Trafos saugt diese Wallbox von allen 3 Phasen und wandelt dann auf eine Phase um.
      Interessantes Gerät. So etwas habe ich noch garnicht gesehen. Aber ich vermute mal, dass die nur 2 Phasen nutzt, oder? So spontan würde ich da einen Spartrafo in der Kiste vermuten, der an 2 Außenleiter angeschlossen ist. 400V auf 230 V runter transformiert macht aus 16 A theoretisch 27,8 A. Wenn sie auf nen 32 A Stecker wechseln würden und die erlaubten 20 A nutzen, wären sogar über 32 A möglich und damit das Maximum an möglicher Leistung, was die meisten Einphasenlader können. Aber dann hat man halt auch wieder ein bisschen extra Verluste im Trafo. Wobei der schon recht effizient sein kann vielleicht durch die kürzere Ladezeit und damit geringere Verluste der dann kürzer aktivierten Systeme im Auto unterm Strich trotzdem noch mehr Effizienz generiert werden kann.
      Gruß,
      Stephan

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